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Ein mehr oder wenig regelmässiger Wochenrückblick.

verfasst von Michel

#9 - Chicken on Board

Es ist Mitte August und es hat sich viel getan! Wir hatten bisher einen super Sommer - viel Besuch, starke Hitze und eine grandiose Zeit in Griechenland. Vom Ionischen Meer, in welchem wir all die Inseln erkundet haben, segelten wir ostwärts Richtung Korinthkanal. Wir hatten non-stop Besuch und eine wundervolle Zeit: Türkisblaue Ankerbuchten, gut Wind und Sonne, viele typische Cappuccino Freddos, Schnorchelausflüge, griechischer Wein, Ouzo und viel Fisch mit Olivenöl sowie auch lustige Grillabende auf Tacum. Es gab erneut einen Heiratsantrag auf Deck! Nun haben wir uns vor zwei Wochen auf gemacht Richtung Korinthkanal, dieser ist nur für drei Monate geöffnet, sonst ist er geschlossen aufgrund von Bauarbeiten. Wir hatten also Glück und konnten direkt Kurs nach Athen nehmen, anstatt den längeren Umweg über die Peleponnes zu nehmen. Dies kommt uns zusätzlich entgegen, da wir den nächsten Besuch in Athen aufladen werden. Das Segeln im Golf vor Korinth war anspruchsvoll aber ideal; wir kamen weit mit unseren Segel, was uns umso glücklicher macht bei den aktuellen Diesel-Preisen. Die Fahrt durch den Kanal wiederum war teuer und dauerte nur 45min - aber auch dies war ein spektakuläres Erlebnis, umso mehr da hinter unserem Boot Leute Bungee-Jumping von einer Brücke machten. Nun segeln wir im Saronischen Golf: anderes Essen, andere Flora und Fauna als im Westen und mehr Charterboote. Vergangenes Wochenende haben wir durch einen Tipp von einem älteren Mann erfahren, dass es einen Bauernmarkt geben soll, bei welchem man Hühner kaufen kann. Das Erlebnis an diesen chaotischen Bazar war top! Wir haben endlich Ida und Frida gefunden. Sie wohnen nun bei uns auf dem Schiff und gewöhnen sich schnell an das Essen und die Zutrauchlichkeiten, welche ihnen vorher fremd waren. Auch die Milben- und Wurmkur haben sie bereits hinter sich.  Wie ihr seht, haben wir viel zu tun! Der Besuch gibt sich die Klinke in die Hand, die Hühner wollen gefüttert und erzogen werden, und Strecke müssen wir auch noch segeln. Wir geniessen unseren Sommer und für die weitere Planung blieb bisher noch keine Zeit. Wir werden erneut berichten - bis dahin seid herzlich gegrüsst!

#8 - ευχαριστώ

Nach einer perfekten Nachtfahrt ankerten wir in Othoni, eine kleine wunderschöne Insel ganz im Nordwesten von Griechenland. Wir waren mal wieder das einzige Segelboot in der Bucht. Eigentlich wollten wir uns nur kurz einen Kaffee am Strand gönnen, waren wir doch übermüdet und wollten eigentlich nur noch schlafen. Doch wenn im verlassenen Kaff in der einzigen Beiz, die geöffnet hat, drei Schweizer Giele aus Thun einem zum Apéro überschwatzen, kommt einiges anders, als man denkt. Der Apéro mündete in einem langen, lustigen, angeschwipsten Tag, inklusive Fischfangausflug zu Mitternacht. 

Am nächsten Tag gings südwärts in Richtung Korfu, wo Michels Eltern für zwei Wochen zu Besuch kamen. Wir hatten ein saumässiges Gaudi, und segelten mit ihnen von Korfu über Paos und Antipaxos mit vielen wunderbaren Stopps bis nach Preveza. Zwei geniale Wochen vergingen wie im Flug - Peter kann nun hart am Wind segeln, Chanti kennt das Mann-über-Bord-Manöver höchstpersönlich und Fabienne weiss wie man das griechische Anlegemanöver machen sollte und wie man es nicht machen sollte.  Wir segelten weiter südlich bis nach Kefalonia, wo Michels Bruder Dylan und seine Freundin Daniela zu Besuch kamen.  Mit ihnen segelten wir eine Woche entlang den Ionischen Inseln Lefkada, Ithaka, Kefalonia, Meganisi und Atokos. Wir hatten unglaublich viel Spass und extrem viel zu lachen. Auch Dylan weiss jetzt wie man das Boot kurz auf eine Seite legt.

Griechenland gefällt uns enorm - beim Wandern kann man frischen Salbei und Thymian pflücken, die Natur ist wild und grün, die Buchten haben glasklares Wasser, sogar die Quallen sind schön und es gibt ganz besonders farbenfrohe Insekten. Das griechische Essen ist perfekt und die Leute sind lustig, direkt und sehr gastfreundlich. Griechenland hat etwas unser Herz erobert, weshalb wir sicherlich diesen ganzen Sommer hier bleiben. Wie ihr wisst, haben wir aufgehört Pläne zu machen, da eh immer alles anders kommt als man denkt und alles kommt wie es kommen muss. Wir erwarten viel Besuch und freuen uns auf jeden, der vorbeikommt! Bis dann lernen wir weiter griechisch und wünschen να εχεις μια ωραια μερα und kαλή όρεξη!

#7 - Bella Italia

Nach über fünf Monaten in Spanien verliessen wir die spanischen Hoheitsgebiete und kamen nach einer gemütlichen Nachtfahrt in Sardinien an. Der Frühling zeigte sich von seiner schönsten Seite. Ein Tag nach Ankunft in der Ankerbucht im Südwesten von Sardinien sprang unser Motor nicht mehr an - der Dieselfilter und der Vorfilter mussten ausgetauscht werden. Mit unserem spartanischen Italienisch telefonierten wir die halbe Insel ab, bis endlich zwei Mechaniker zu uns an Bord kamen. Ersatzteile hatten wir zwar an Bord, doch wollten wir den ersten Filterwechsel nicht alleine machen. Am folgenden Tag mussten wir bereits weiter, da Leonies Schwester mit ihrem Freund zu Besuch kam. Im Süden von Sardinien gönnten wir uns zwei Hafentage um das Boot zu putzen, einzukaufen und damit sich der Besuch eingewöhnen konnte. Danach segelten wir Richtung Pula, wo ein grosses sardisches Volksfest stattfand: Der heilige Efisio erwies sich die Ehre und wir tanzten, tranken und sangen die Nacht hindurch mit den Einheimischen. Ausgekatert segelten wir dann der Südküste entlang und nach einer letzten Wanderung durch den Kakteen-Wald setzten wir Segel in Richtung Sizilien. Die Überfahrt war angenehm aber zwei Nächte lang. In Sizilien angekommen entschieden wir uns für die Südküste, da wir den Norden bereits kannten. Auch hier gönnten wir uns einmal eine Nacht im Hafen, um das Boot vom Saharastaub zu befreien und das ganze Deck zu reinigen. Weiter ging es, immer Richtung Osten, wo wir neue Leute kennen lernten, die ebenfalls auf ihren Booten wohnten. Mit ihnen erkundeten wir Syrakusa, eine griechische Kolonie im Osten von Sizilien. Dort warteten wir alle auf den richtigen Wind - einige hatten Kroatien als Ziel, die anderen Griechenland. 

Auf der nächsten Überfahrt, in Richtung Kalabrien, fingen wir, mit Sicht auf den Ätna, unseren ersten Thunfisch! Er war stolze 61cm lang und wir zehrten ganze vier Tage davon. Es gab Sashimi, Ceviche, Thunfisch-Curry und gebratener Thunfisch. In Crotone verabredeten wir uns erneut mit unseren neuen Freunden, bevor wir uns alle in Richtung Osten aufmachten. Achja, in Italien wurden wir ganze zwei mal von der Guardia Finanzia geweckt weil sie unsere Papiere kontrollieren wollten. Nun freuen wir uns auf Tzaziki, Feta, Oliven und griechischen Wein!

#6 - Balearen

Coming soon or maybe never :) kurz gesagt: eine saugeile Zeit, fragt Patrizia, Urs oder Seppi!

 

 

#5 - neue Segel, Boot-Refit Part 2 

Mit unseren tschechischen Gästen Ben und Daniela legten wir am 23. Januar in Valencia ab und machten uns auf den Weg in Richtung Cartagena.

Vor dem Hafen von Valencia kreuzten wir die AIDA. Da wir unter Segel waren hatten wir Vorfahrt und das riesige Kreuzfahrtschiff musste stoppten, um uns vor sich passieren zu lassen. Das war ein lustiger Moment, da unsere TACUM mit ihren 14m ein Schiff von 250m Länge und 3000 Passagieren zum Stoppen brachte.

Vor Valencia passierten wir das Ankerfeld der Tanker und segelten für die erste Übernachtung nach Alicante. Am nächsten Tag weiter über Denia mit fantastischem Rückenwind in Richtung Cartagena. Es war einer der schönsten Segeltage unserer Reise. Sonne, Rückenwind und Bob Marley, was braucht man mehr.

Am Abend im Hafen von Cartagena eingelaufen, hörte ich Ben laut aufschreien «Halleluja». Denn wir passierten die im Hafen liegende ELIDA, auf der mit riesigen Buchstaben «Sailing for Jesus» geschrieben war. Da Ben und Daniela sehr gläubige Christen sind und das auch sehr stark leben, war es für Sie als würde ein Kind plötzlich das Schloss von Disney Land sehen. Ben ging nach dem Anlegen direkt zur ELIDA und machte für den nächsten Tag eine Besichtigungstour und ein Kennenlernen für uns alle klar. Da wir in Cartagena einen längeren Stopp einlegten, erhofften sich die zwei, mit dem christlichen Missionsschiff weiter in Richtung Gibraltar zu segeln. Was dann zwei Tage später auch wirklich klappte. Manchmal ist das Leben schon lustig, spontan haben wir die zwei in Valencia mitgenommen und in Cartagena hat wie geplant das nächste Schiff auf Sie gewartet. Pläne sind manchmal überflüssig.

Auch wir hatten Glück und konnten uns im Hafen «Club Regattas de Cartagena» einen Platz von einem Dauermieter ergattern, der sein Boot gerade 2 Monate in der Werft hatte. Denn den ersten Hafen hätten wir uns unmöglich für einen Monat leisten können. Die wollten dort 45 Euro für eine Nacht ohne Strom und Wasser.

Im neuen Hafen angekommen, fühlten wir uns gleich richtig wohl. Olga an der Reception war ein täglicher Aufsteller und der Hafenmeister und seine Crew waren genau unsere Wellenlänge. Nun konnte der zweite Teil unseres Refits starten. Die Liste mit den To Do’s für den Monat war schnell erstellt und wir machten uns an die Arbeit.

Nach drei Tagen, es war ein Sonntagabend nach dem Einkauf im Baumarkt, stoppten wir in der SuperBar bei Miguel um ein Caña zu trinken. Schon beim Hinsetzten hörten wir die ersten Fetzen Ostschweizerdeutsch aus der Bar fliegen. Und eine halbe Stunde später sassen die drei lustigen Zeitgenossen auch schon bei uns draussen am Tisch. Jonas, Manu und Patrick arbeiteten in der Werft neben dem Hafen an Ihrem neuen 15m Holzschiff, welches Sie gerade von einem Basler abgekauft hatten. Wir tauschten unsere Storys aus und liessen die Nacht bis in die Morgenstunden bei uns im Schiff ausklingen. Von nun an arbeiteten wir tagsüber an unseren Schiffen und abends trafen wir uns jeweils auf ein Feierabendbier und gingen zusammen in der Stadt essen. Wiederholt endete es manchmal mit einer durchzechten Nacht und alle waren am nächsten Tag mit einem stürmischen Kopf zurück an der Arbeit. Die Jungs waren eine riesige Bereicherung für unsere Zeit in Cartagena und wir hoffen, dass wir uns bald irgendwo da draussen am Ankerplatz wiedersehen.

Zurück an der Arbeit geschahen viele Ereignisse gleichzeitig: Die Wassertanks und der Küchenboden wurde von mir ausgebaut und abgedichtet, der Rigger (ein Rigger checkt die Drahtseile welche den Mast halten) kletterte auf den Mast und wies uns daraufhin, dass wir das Forestay (Drahtseil vom Bugspitz zum Mast, wo die Genua daran befestigt ist) auswechseln müssen. Den gesamten Heck-Spiegel haben wir abgeschliffen, versiegelt und mehrfach lackiert (würde ich nieeeeeeee wieder machen, ist eine nicht endende Arbeit), im Cockpit wurde der Tisch ausgebaut und neues Holz beim Schreiner bestellt, das grosse Badezimmer komplett umgebaut, die eine Heckkabine wurde neu gestrichen und und und… Die zweite Phase des Boot-Refits war sehr intensiv aber jedes Update hat sich sehr gelohnt. Das Schiff ist jetzt ready für den Sommer.

Warum wir aber in Cartagena waren, hatte anderen wichtigen Grund. Denn hier haben wir unsere neuen Segel bestellt. Joaquin unser Segelmacher kam gleich am zweiten Tag vorbei, um unsere TACUM auszumessen. Das Rohmaterial lag schon bei Ihm in der Segelmacherei bereit. Nach drei Wochen kam er dann mit unseren bildhübschen neuen Segeln auf das Boot und installierte zuerst das neue Forestay und dann die Segel. Es war wie Geburi und Weihnachten zusammen, da wir jetzt für die grossen Überfahrten bereit waren.

In Cartagena hatten wir auch unsere ersten Air BnB Gäste an Bord. Da das Geld wieder einmal zu fest in die falsche Richtung floss, inserierten wir die TACUM als Übernachtungsmöglichkeit auf Air BnB. Wir waren erstaunt, wie schnell die ersten Nachrichten reinkamen und schon bald standen Simon und Kadir mit den Mädels auf der Matte. 4 Erasmus Studenten aus Valencia, welche am Weekend einen Roadtrip nach Cartagena machten. Dies war auch eine spannende Erfahrung, welche wir in Zukunft weiterverfolgen möchten.

Wenige Tage später war die Zeit in Cartagena dann auch zu Ende und wir freuten uns riesig auf die Überfahrt nach Formentera. Denn bis Mitte April möchten wir die Balearen erkunden - Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca. Wir freuten uns so sehr, dass jetzt um 8 Uhr kein Wecker mehr klingelt und uns zur Arbeit rief.

Letzten Dienstag setzten wir dann unsere neuen Segel und segelten 26 Stunden mit entspanntem Rückenwind durch die ganze Nacht hindurch vom Festland nach Formentera. Es war unsere erste Nachtfahrt mit der TACUM und ein ganz spezielles Erlebnis. Nach dem Eindunkeln machten wir im Schichtbetrieb unsere Nachtwachen. Dabei kontrollierten alle 15 Minuten mit einem Rundumblick in die dunkle Nacht, ob sich kein Boot näherte, welches wir auf unseren Systemen nicht sehen konnten. Die Sterne da draussen sind so schön, das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Bei den ersten Sonnenstrahlen warf ich den Köder meiner neuen Schleppangelrute ins Wasser und segelte Richtung Sonnenaufgang, wo man schon die ersten Umrisse von Ibiza erkennen konnte. In Cartagena habe ich mir eine Ausrüstung für das Schleppangeln bis 20Kg Fische gekauft. Tunas, Mahi-Mahis oder sogar Marline kann man damit herausziehen. Ich habe eine riesige Freude daran.

Jetzt sind wir seit ein paar Tagen in der Karibik des Mittelmeers vor Anker und erkunden Formentera. Der Urlaub kann beginnen.

#4 - Spanische Küste und ein Heiratsantrag

Ende Monat sind wir nach einem Kurzbesuch in der Heimat wieder in den Flieger gestiegen und in l'Escala angekommen.

Wir hatten einen zeitlich durchgetakteten Plan für unsere Ankunft, denn wir erwarteten am nächsten Tag Julius und Svenja, welche uns über Neujahr besuchen kamen. In L’Escala angekommen, haben wir uns direkt auf in die Werkstatt von Xeve gemacht, um den «Himmel» in der Küche mit Leder zu beziehen und die Beleuchtung einzubauen. Gloria, unsere Leder-Dealerin des Vertrauens, trafen wir direkt in der Werkstatt und checkten mit ihr, ob die gelieferten Lederstücke passten. Im Schlepptau hatten wir auch den abgeschliffenen Salontisch, welcher von Pedro direkt die erste Schicht Lack verpasst bekam.

Am nächsten Tag nochmals arbeiten, arbeiten, arbeiten und schon standen Svenja und Julius in einem wunderschönen Abendrot vor der Werkstatt. Das letzte Bier mit Xeve und Pedro, die Rechnung bezahlt, einen Eintrag ins Gästebuch bekommen und unsere Geschenke aus der Schweiz übergeben und dann war der Moment des Abschieds da. Am nächsten Tag machten wir unsere TACUM ready für die Weiterfahrt und füllten Sie mit Proviant und Diesel. Dann lösten wir die Leinen und es ging los in Richtung Barcelona. Svenja und Julius haben wir bei einem Segeltrip in Menorca kennengelernt. Seit diesem Trip hatten wir sie in Kroatien und der Türkei wiedergetroffen, als wir auf «Boat-Hunting» waren und sie mit Ihrem Auto über ein Jahr in Europa herumgereist sind.

Julius packte mich in einer ruhigen Minute und offenbarte mir, dass er Svenja in dieser Woche einen Heiratsantrag machen wolle, aber noch keinen Ring habe. Also hatten wir neben unserer Mission, die Standheizung einzubauen, auch noch eine zweite: Finde den perfekten Ring für Svenja. Ab diesem Moment definierten wir unsere Ankerspots nach Städten mit Juweliergeschäften und machten uns jeweils mit dem Vorwand, eine Ankernuss (rollt die Kette bei der Ankerwinsch auf) zu suchen, auf die Suche nach dem Ring. Zwei Tage bevor die beiden wieder nach Hause fliegen wollten, fanden wir in Blanes dann den perfekten Ring. Julius wollte den Antrag unbedingt unter Segel machen und somit war klar, dass wird am nächsten Tag die optimalen Bedingungen haben.

Am Morgen abgelegt hatten wir in den ersten Stunden mit starken Winden zu tun, aber gegen Mittag entspannte sich dann alles und es wurde schönes Segeln daraus. Nun war der Moment da und Julius sagte zu Svenja: «Setz dich mal hier in die Sonne.» Er ging auf die Knie und holte den Ring heraus, wobei Svenja direkt zu weinen begann. Er fragte Sie, Sie sagte ja und Leonie und ich standen mit etwas «Pipi» in den Augen am Steuerstand und freuten uns so sehr für die zwei. Es war ein traumhafter Moment mit Sonne, einer leichten Brise in den Segeln und zwei wunderbaren Menschen. Wir öffneten den Champagner und Svenja beruhigte sich wieder und begutachtete den lang gesuchten Ring. Sie liebt ihn.

In dieser Woche haben wir auch einen sehr lustigen Silvester in einer komplett nebligen Bucht verbracht, wir haben final unser Boot ausgeräuchert und die Standheizung eingebaut, welche uns jetzt jeden Tag vor Anker aufwärmte. Kurz vor Barcelona stiegen die beiden dann wieder in den Zug und traten ihren Rückweg nach Deutschland an. Julius und Svenja, danke für euren Besuch und eure Hilfe, Ihr seid jederzeit bei uns willkommen.

Am nächsten Tag stand die Etappe vorbei an Barcelona an, wo wir direkt vor dem Hafen zwischen geankerten Tankern Freunde aus La Grande Motte kreuzten. Sie waren gerade auf dem Rückweg von Marokko. Aber beide Crews hatten keine Zeit für einen Stopp in Barcelona und somit fuhren wir mit 30 Meter Abstand aneinander vorbei und sagten uns von weitem Hallo und wünschten eine gute Weiterfahrt. Unser Ziel war Sitges, etwas südlicher, da es besseren Schutz vor Wellen bot. Es ist einer der Orte, wo wir eigentlich nur kurz halt machen wollten und dann drei Nächte geblieben sind. Diese Momente finde ich immer sehr schön, wenn du an solch einem Ort ohne Erwartungen ankommst und dann eine super Zeit hast, diesen Ort ohne das Boot aber in deinem Leben nie kennengelernt hättest (www.wikipedia.org/sitges). Der nächste Stopp war in einem Hafen, weil in der Hafen-App alle von einer wunderschönen Rezeptionistin schwärmten. Sie war aber leider am Wochenende nicht da.

Wir fuhren weiter zu einer riesigen Lagune, wo wir drei wunderbar entspannte Tage vor Anker hatten. Jeden Tag ankerten wir an einem anderen Platz, aber immer in dieser Lagune. Die Sonnenuntergänge waren fantastisch und das Wasser spiegelglatt. Traumhaft.

Dann passten die Winde wieder gut und wir starteten die letzte Etappe in Richtung Valencia, wo wir unsere Kettennuss (diese Kettennuss für die Ankerwinsch, haben wir wirklich gebraucht) bekommen sollten. Zu Freunden von Freunden in Valencia hinbestellt, bekamen wir sie am Strand von einem Pärchen aus Valencia übergeben. Juhuu, ein Projekt auf der To-Do Liste ist erledigt!

In Valencia hatten wir auch noch einen anderen wichtigen Termin. Wir trafen Peter von der «VEGANA» wieder und besuchten ihn bei einem Vegan-Event auf seinem Katamaran. Es war ein Gefühl von nach Hause kommen, als wir unsere Füsse wieder auf das Boot setzen, wo wir unseren Sommer 2021 verbracht hatten. Ein tolles Schiff, aber auch er erzählte uns von seinen vielen Problemen an seinem Schiff und überlegt sich nun sogar, das Schiff zu verkaufen. Hoffentlich segelst du noch lange Peter, und bis bald wieder da draussen in einem anderen Hafen! 

In Valencia kam Ben, der Strassenmusiker aus Prag, mit seiner Freundin an. Ihn kannten wir auch von der Zeit auf der Vegana. Sie reisten spontan nach Spanien zu Peter. Nach zwei Nächten auf der Vegana kamen sie vorgestern um 7.30 Uhr morgens zu unserem Boot, weil sie die Reise südwärts mit uns antreten wollten. Somit sind wir jetzt wieder zu viert an Bord und geniessen die Zeit auf dem Weg nach Cartagena, wo wir jetzt unsere zwei neuen Segel bekommen werden!

We will keep you posted!

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#3 - Arbeiten, schleifen, reparieren und neue Freunde in l'Escala
Wir sind im Hafen von l’Escala eingelaufen, wo wir ein stürmisches Wetterfenster von zwei Tagen abwarten wollten. Einen Monat später stand unsere TACUM noch immer im selben Hafen und am selben Platz Q25. Im Inneren von TACUM hat sich jedoch einiges verändert. Kurz nach unserer Ankunft marschierten wir eines morgens durch den Hafen zu einem Schiffshändler, um Ersatzteile für unsere Ankerwinch zu finden. Nach einem kurzen Schwatz hatten wir alle Teile bekommen und kamen auf dem Rückweg an unserer zukünftigen Stammkneipe „La Llar dels Pescadors“ vorbei. Die lokale Hafenkneipe. Wir lieben diese Kneipen, da man dort das richtige Leben des Hafens miterlebt. Egal um welche Zeit, es wird Bier und Wein getrunken, es werden beste Meeresfrüchte serviert und viel geraucht. Fischer halt, Männer denen man die harte Arbeit auf See ansieht. Um 12 Uhr mittags hingesetzt, um 2 Uhr dann das erste Bier bestellt und um 12 Uhr nachts wieder rausgelaufen und das halbe Dorf kennengelernt. An diesem Tag/Abend haben wir viel gelacht und wichtige Kontakte geknüpft, welche uns im kommenden Monat weitergeholfen haben.
 
Am nächsten Tag hatten wir dank einer Bekanntschaft aus dem „Pescadors“ ein Date mit Xeve, welcher im Hafen eine Werkstatt zum Boote reparieren und restaurieren hat. Ein Bootsbauer, spezialisiert auf Holz und GFK-Arbeiten. Für Ihn hatte ich so einige Fragen bereit. Denn unsere TACUM war an einem Fenster noch immer etwas undicht und ich wollte schon seit dem ersten Tag mit dem Abschleifen und neu Lackieren unserer Küche beginnen.
 
By the way: Ich liebe es, handwerklich zu arbeiten, und wenn ich hier immer wieder vom Renovieren, Reparieren und von neuen Arbeiten schreibe, ist das nicht weil alles kaputt ist, sondern weil ich viele Ideen und Projekte auf dem Schiff im Kopf habe und diese vor dem Sommer in Angriff nehmen will. Unser Boot soll etwas Spezielles für uns werden, ein Bijoux auf dem Wasser. Xeve begrüsste uns nett, hörte sich meine Gedanken an und wollte sich das Problem dann gleich live anschauen. Auf dem Boot die Lage inspiziert, hatte Xeve auch für jedes Problem eine Lösung und erklärte mir das genaue Vorgehen. Eigentlich wollte ich ihm einige der Arbeiten abgeben, aber wir haben gemerkt, dass die Spanier dir lieber erklären wie man es selber macht als einen neuen Auftrag an Land zu ziehen.
Der Tramuntana (lokaler Starkwind) war für die kommenden Tage wieder sehr heftig angesagt, so begannen wir mit den Arbeiten am Schiff. Im Innern begann ich mit dem demontieren verschiedenster Holz-Elemente, nahm Wandverkleidungen runter, dichtete das undichte Fenster von innen und aussen ab. Jetzt hatten wir Blut geleckt und entschieden uns den Platz für einen Monat zu buchen, um die Arbeiten im Inneren des Schiffes weiterzutreiben.
 
Bei Xeve ging ich immer wieder vorbei um einen Schwatz zu halten und gute Tipps abzuholen. An einem sehr windigen Tag fragte ich Ihn dann, ob ich meine Schleifarbeiten bei Ihm fortsetzen könne, da es auf dem Steg zu windig sei. Klar, meinte er. Ab diesem Tag hatte ich täglich um 9 Uhr Arbeitsbeginn in seiner Werkstatt. Sandwich, Zigarette, Kaffee und dann ging die Arbeit los. 9.00-13.00 und 15.00 -19.00 arbeitete ich einen knappen Monat in seiner Werkstatt.
 
Alle Handläufe und Chuchichästli-Türli demontieren und abschleifen, Tisch abschleifen und neu lackieren waren die grossen Arbeiten, welche ich bei Xeve machte. Daneben hatte ich verschiedene Teile im Boot zu bearbeiten, welche ich nicht demontieren konnte. Mit Xeve zusammen arbeitete Pedro, er restauriert seit er 11 Jahre alt ist Boote und war der Firmen-Clown der uns den ganzen Tag zum Lachen brachte. Eine Legende. Es war unbezahlbar, mit diesen zwei Jungs täglich zu arbeiten, denn sie hatten ein riesiges Know-How bezüglich Booten und waren unglaublich hilfsbereit. Bald fuhren wir mit dem Firmenauto in der Stadt herum, Xeve organisierte Ersatzteile aus ganz Spanien und bot uns sogar sein Zuhause an, als Tacum aus dem Wasser musste. Ich könnte jetzt noch viel mehr über diese Zeit und dies Leute schreiben aber ich sage jetzt einfach – GRACIAS MI AMIGOS! An unserem Steg hatten wir in der Zwischenzeit auch Tim kennengelernt, welcher seit einem Jahr mit seinem Wohnmobil durch Europa fährt und dem Arbeitsleben zu Hause Lebewohl gesagt hat. Ein deutscher Business-Man, der sich im Rest seines Lebens nun mehr auf Windsurfen, Wellenreiten und Longboarden konzentrieren will, als auf Geld verdienen. In L’Escala hat er sich für einen Monat mit Wohnmobil im Hafen einquartiert, weil seine Freunde Gerhard und Sunny im September spontan einen Katamaran gekauft hatten. Deren Ziel war: Karibik - as soon as possible. Tim installierte auf dem Katamaran einen Wassermacher (macht aus Salzwasser Süsswasser), ein Sound-System und machte diverse andere Arbeiten bis die zwei Besitzer Mitte Dezember ankommen sollten. Bald entstand mit Tim eine Hafen-WG zu dritt und wir kochten täglich zusammen und halfen uns gegenseitig bei unseren Arbeiten. Wir nannten Tim bald nur noch die «Kombizange», da er für jedes Problem eine clevere Idee und Lösung hatte. En geile Siech!
 
Sunny und Gerd kamen mit ihrem prall gefüllten Renault Espace auf dem Pier an. Sieben Tage später – tagsüber hart arbeiten und nachtsüber hart feiern - legten Sie mit Ihrer «O’jhe» (Name ist Programm) dann wirklich ab, mit dem Ziel, so schnell wie möglich in die Karibik zu segeln. Heute segeln Sie gerade von den Kanaren in die Kap Verden - also voll auf Kurs. Wir freuen uns schon auf die Partys in der Karibik mit Ihnen. Fair Winds ihr crazy Dudes! (Ihr Auto schenkten Sie uns bei Ihrer Abreise und wir schenkten es bei unserer Abfahrt Pedro) TACUM musste in dieser Zeit nochmals aus dem Wasser, da die Propellerwelle unten zu sehr herumeierte und komische Geräusche machte. Diese Chance ergriff ich direkt, um alle Seeventile von Plastik auf Messing zu tauschen. Zwei Nächte Hotel-Katamaran bei Sunny und Gerd und zwei Nächte Wohnmobil-Hotel bei Tim später kam unser Zuhause mit neuen Upgrades wieder ins Wasser.
Nun stand Weihnachten vor der Tür und ein spontaner Flug ab Barcelona wurde gebucht um Familie und Freunde zu Hause zu sehen. Denn an Weihnachten ist man dann doch am liebsten zu Zuhause.
 
An dieser Stelle möchte ich mich bei all diesen fantastischen Leuten bedanken, welche uns mit so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit entgegenkamen. Xeve, Pedro, Salvador, Jordi, Tim, Sunny, Gerd, Michael, Rosa, Roger und all die anderen. Toll, euch kennengelernt zu haben!!!

Wir haben uns nun entschieden den Sommer 2022 im Mittelmeer zu verbringen und noch nicht über den grossen Teich zu gehen. Den in den 2 Monaten auf der «Vegana» diesen Sommer hatten wir noch lange nicht genug davon gesehen. Wir träumen gerade von den Balearen, Sardinien, Liparische Inseln, Griechenland und Türkei. Zudem sollte unsere Website bald online gehen, wo ihr mehr Infos zum Mitsegeln auf der TACUM finden werdet. Ferien mal anders!
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#2 - Au revoir - Buenos días!

Es kommt alles anders als man denkt… und das ist gut so.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich an unserem Salontisch in L’Escala, draussen tobt der TRAMUNTANA mit 35 Knoten, ein Glas Rosé auf dem Tisch und ziemlich viel Staub in Nase und Ohren. Aber jetzt zuerst von Anfang an…

Vor fast drei Wochen, als ich den letzten Bericht geschrieben habe, waren wir noch im Hafen von La Grand Motte und genossen dort unseren französischen Alltag. Sonntags Austern und Moules auf dem Wochenmarkt kaufen, schöne Spaziergänge an der Promenade, morgendlicher Baguettekauf oder in einer Strandbar ein Bier trinken. Aber auch unsere letzten Arbeiten vor der Abfahrt waren zu erledigen. Denn der Plan war, mittwochs in Richtung Spanien aufzubrechen. Wir waren zwar etwas wehmütig aber auch gespannt auf die kommenden Tage und natürlich das neue Land: Spanien. Mittwochs nach dem Mittag abgelegt haben wir es im Sonnenuntergang an Sète vorbei bis kurz vor Cap D’Age geschafft wo wir an einem einsamen Strand im Nirgendwo ankerten. Kurz vor Sète sahen wir erstmals Delfine, welche TACUM begleiteten, und ich überlegte mir, wo wir auf unserer Reise wohl noch überall diesen schönen Tieren begegnen werden. Ibiza, Kuba und vielleicht Thahiti?

Der nächste Tag, zwar unter Motor, bescherte uns einen wundervollen Anblick. Am morgen losgefahren konnten wir in der Ferne schon ein schneebedecktes Gebirge erkennen. Das mussten die Pyrenäen sein, welche uns da von weitem erwarteten. An Narbonne und Perpignan vorbei kamen wir am Abend in einem kleinen Städtchen kurz vor der Grenze Spaniens zum ankern an.

Morgens um 6 Uhr dann ein lautes Hupen neben unserem Boot. Was ist das? Trainerhose und Jacke angezogen steckte ich den Kopf aus der Lucke. Ein Fischer schrie mir auf französisch zu, ich soll den Anker heraufziehen, da sein Fischernetz darunter liege - anständig aber bestimmt. Das sind die Momente wo du dann schnell wach bist. Wie alte Profis holten wir im Halbdunkeln unseren Anker hoch und der Fischer war richtig happy, als er sah, dass sich sein Fischernetz nicht darin verfangen hatte. Er hupte nochmals und fuhr in Richtung Sonnenaufgang davon. Da wir nun schon wach waren, wollten wir den frühen Morgen gleich nutzen und einen Kaffee in der Stadt trinken. Also fuhren wir direkt in die Badebucht des kleinen Städtchens und liessen den Anker wieder runter. Als wir gerade den Plan diskutierten, kam das Boot des Hafenmeisters auf uns zu. «Hier ist das Ankern verboten», rief er uns zu. Das musste er uns nicht zwei Mal sagen, denn unser Ziel war ja Spanien. Also los!

Das Festland präsentierte sich jetzt mit einer schönen Bergkulisse und wir passierten weit draussen die Grenze von Spanien. Es fühlte sich gut an und wir genossen die Fahrt mit einem feinen Kaffee aus der Bialetti und einem Frühstück im Cockpit.

Die Bucht von Roses an der Costa Brava war für diese Nacht eingeplant. Kurz davor sahen wir aber auf unserer App Navily, wo jeder seine Lieblingsankerplätze eintragen kann, ein kleines Dorf, welches vor den starken Winden in der Nacht guten Schutz bieten sollte und auch wunderbar aussah.

Hola Cadaques! In Cadaques angekommen ankerten wir direkt vor dem schönen Dorf und die Kirche empfing uns mit lautem Glockengeläut aus dem Turm. Dinghy ins Wasser und ab auf Erkundungstour ins Dorf. Nach entspannten drei Tagen und erfolgreichen Angler-Momenten machten wir uns bei gutem Segelwetter auf in Richtung Roses, wo wir die besten Spareribs meines Lebens assen danach aber unsere erste Nacht bei richtig starkem Wind am Anker verbrachten. Da wir dies bis dahin noch nicht erlebt hatten, machten wir abwechslungsweise Ankerwache um uns mit diesem Gefühl vertraut zu machen. Das heisst jeder schlief 3 Stunden und musste danach 3 Stunden die Bewegungen des Schiffs beobachten und reaktionsfähig sein falls der Anker sich bewegen würde.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann etwas müde auf in Richtung L’Escala, wo wir jetzt schon 13 Nächte im Hafen liegen. Anfangs hatten wir noch den Plan über Menorca und Sardinien in Richtung Tunesien zu segeln, um unsere Genua dort ausmessen und produzieren zu lassen. Diesen Plan haben wir aber nach einigen Tagen über Bord geworfen, da die Winde aus Norden weiterhin stark und unbeständig sind (Bei interesse kannst du dir das auf der Wetter-App «PredictWind» anschauen).

Anfangs etwas betrübt darüber, dass wir unsere Pläne nicht verfolgen konnten, sassen wir hier im Hafen und machten uns mit der Umgebung bekannt. Nach einigen Tagen haben wir jedoch begriffen, dass die Natur jetzt unser Leben bestimmt und diese Erkenntnis war sehr wohltuend für mich. Der ganze Plan im Kopf, das Ganze «ich muss doch meine Ziele erreichen», was ich noch von zu Hause mitgebracht habe, war plötzlich verschwunden und es löste ein gutes Gefühl in mir aus. Wir haben ja keine Termine mehr Der Sturm hatte uns fest im Griff und mit guter Stimmung fingen wir an, unseren Renovationsarbeiten nachzugehen.

Jetzt sitze ich, wie am Anfang geschrieben, hier am Salontisch und blicke auf zwei meiner besten Wochen des bisherigen Trips zurück. Denn wenn du aufhörst Pläne zu machen, kommt alles was du brauchst, automatisch auf dich zu.

Alles Weitere hört Ihr im nächsten Wochenrückblick, denn sonst wird es hier zu lange für heute.

Geniesst die schöne Vorweihnachtszeit und liebe Grüsse aus Spanien.

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#1 - Kauf dir ein Boot haben sie gesagt.

Heute vor sechs Wochen sind wir mit dem vollgepackten VW-Bus in Richtung Südfrankreich losgefahren. Nach drei Wochen auf dem Camping in La Seyen Sur Mer und den Vorbereitungen in der Werft von «Quo Vadis» ist unsere TACUM nach etwas über einem Jahr zurück ins Wasser gelassen worden.

Die ersten drei Tage verbrachten wir im Hafen von Toulon, wo wir uns aber bald auf den Weg in Richtung Westen machten. Das Ziel war die uns gut vertraute Küstenstadt La Grande Motte im Golf von Lion. Hier hatte meine Grossmutter jahrelang eine kleine Wohnung, wo sie jeweils den Winter verbracht. Vormittags in Toulon abgelegt machten wir unsere erste Segelerfahrung mit unserem neuen Zuhause. Jedes Boot ist bekanntlich etwas anders, wir haben uns mit dem Autopiloten, den Segelmechanismen und weiteren Komponenten des Schiffs vertraut gemacht. Weit kamen wir an diesem Tag jedoch nicht und der Anker fiel am Abend vor der kleinen Insel Les Embiez in den weichen Sand.

Die erste Nacht alleine auf dem Schiff war etwas ganz Spezielles. Am nächsten Tag hatten wir grosses vor, Marseille war unser Ziel. Morgens um 8 Uhr zogen wir den Anker hoch, denn die Winde waren bis 3 Uhr ideal angesagt. Es war ein wunderschöner Segeltag und die Kulisse des Naturschutzgebietes Parc National des Calanques südlich von Marseille zeigte, warum viele Seger diese Region als ihr meist geliebtes Segelrevier bezeichnen. Am Ankerplatz in der grössten Metropole Frankreichs angekommen, qualmte das Fussballstadion von Olympique Marseille wie in Flammen und man konnte die Atmosphäre im Stadion förmlich spüren. An diesem Sonntag war Paris Saint German im Süden zu Gast und wer dieses Stadion schon einmal besuchte, weiss genau, wie sich dieser Hexenkessel anfühlen kann. Das kennen auch einige FCZ Fans.

Am nächsten Tag, nach einer zackigen Überfahrt mit 20 – 30 Knoten Wind, verbrachten wir eine Nacht in Saint Marie Sur Mer, ein kleines Dorf, inmitten der bekannten Salinen, welches uns einen wunderschönen Sonnenuntergang präsentierte. Am nächsten Tag fuhren wir dann bei einer leichten Briese in den Hafen von La Grande Motte ein. Ein kleiner Traum ging für mich in Erfüllung und auch das zweite Hafenmanöver, so nennt man das Einparken im Hafen, glückte gut.

Im Hafen angekommen freuten wir uns über die erste erfolgreiche Etappe aber machten uns auch gleich wieder an die Arbeit. Denn seit dem ersten Tag in der Werft wird die Liste mit den zu erledigenden Arbeiten eher länger als kürzer. Viele Arbeiten drehen sich ums Boot, jedoch haben wir mit den Behörden in Frankreich und der Schweiz auch viel zu regeln. TACUM soll möglichst bald von einer Französin zu einer Schweizerin werden. Wer jemals mit den französischen Behörden zu tun hatte, weiss, dass diese nicht so einfach funktionieren. Dazu könnte ich jetzt auch noch viele Zeilen schreiben, aber ich lasse das Thema hier einfach mit folgenden Worten ruhen: C’est compliqué.

Zurück zum Schiff: Ein Wassertank ist nicht dicht, einige Leinen müssen ersetzt werden, der Aussenborder muss zum Service, der Autopilot braucht etwas Liebe und auch sonst ist TACUM an einigen Orten etwas undicht. Keine Angst, diese Stellen sind alle über der Wasserlinie. Also machten wir uns an die Arbeit, denn der erste Besuch hatte sich angekündigt. Meine Schwester Fabienne meldete sich spontan für eine Woche Ferien an.

Als wir im Hafen schon langsam jeden Arbeiter mit Namen kannten, das Schiff mit Proviant gefüllt haben und mit den Nachbarn zum Kennenlernen ein paar Flaschen Rosé getrunken hatten, war Fabienne auch schon da. TACUM war noch immer nicht ganz dicht, aber das passt ja eigentlich zu uns allen. Das Ziel war in dieser Woche einen Rundtrip nach Sète und Cap D’Age zu machen und dann zurück nach La Grande Motte, wo Fabienne am Sonntag wieder entspannt ab Montpellier zurückfliegen konnte.

Bis nach Sète kamen wir gut, aber die Winde wurden für eine weitere Fahrt nach Cap D’Age zu stark angesagt und wir drehten schon früher wieder nach Norden ab. Was uns aber andere Pläne ermöglichte: In Carnon geankert machten wir uns mit dem Dinghy auf den Weg zum Strand, um Montpellier unsicher zu machen. Denn dort kannte ich von meinem Sprachaufenthalt vor Covid noch einige lustige Zeitgenossen.

Morgens um 3 parkte der Uber wieder am Strand und in der Ferne konnten wir das Ankerlicht unserer TACUM sehen. Nicht ganz so elegant wie am Nachmittag aber mit viel Gelächter liessen wir das Dinghy zu Wasser und paddelten zurück zum Schiff, denn der Aussenborder war ja noch im Service. Zufrieden aber mit etwas Kopfschmerzen genossen wir den nächsten Tag vor Anker. Eine Woche war schnell um und Fabienne verliess uns leider wieder in Richtung Schweiz.

Ein Thema welches uns auch schon länger begleitet ist das Erneuern unserer Genua, dies ist das grosse Segel ganz vorne. Die Genua bringt uns noch gut von A nach B, aber man sieht Ihr die Strapazen von der letzten Atlantiküberquerung etwas an. Oder mit den Worten von Jimmy dem Segelmacher: Elle est mort. - Sie ist tot.

Wo kriegen wir unsere neue Genua her? Südfrankreich ist ein teures Pflaster und deswegen ist schnell klar, dass wir sie in einem anderen Land bestellen und montieren lassen wollen. Täglich erreichen uns nun Offerten aus Griechenland, Deutschland, Spanien oder Tunesien….

Definitiv hat unsere Reise begonnen und jeder Tag ist eine Überraschung mit neuen Punkten auf der Reparatur-Liste aber jeder Tag ist auch ein Genuss, denn die Sonne scheint und wir gewöhnen uns langsam an das schöne und entschleunigte Leben auf der TACUM.

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